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Fußball ist so schön - wenn der Fan nicht wäre PDF Drucken E-Mail

Uli Hoeneß hatte nach seiner „Wutrede“ bei der letzten Mitgliederversammlung des FCB noch einmal nachgelegt. Sowohl den Fanclub Schickeria, als auch den Club Nr. 12, hatte der Bayern-Manager im Visier. Es handle sich um "Organisationen im Untergrund" und es sei "der Traum von einigen in diesen Gruppierungen, Verhältnisse zu haben wie in Italien".

Wenn das wirklich so wäre, hätte Hoeneß in der Tat ein seriöses Problem. Denn beim C 12, wie sich der Club nennt, handelt es sich um eine Organisation, in der Vertreter von mehr als 100 Fanclubs vertreten sind, nicht selten deren Vorsitzende oder Sprecher. Eine Kaderschmiede Gewaltbereiter? Dann hätte der FCB in der Tat Tausende gewaltbereiter Fans in ganz Deutschland.

Dass Vorkommnisse wie in Italien auch in München einreißen könnten, so verlautbarte Paul Breitner bei „Waldi‘s“ Stammtisch in der ARD, diese Sorge treibe seinen Freund Hoeneß zu solch emotionalen Ausbrüchen. Ach ja, und dass der Manager in jeder Sekunde den FCB lebt, aber mit dieser Information hatten uns bereits die Herren Kahn, Rummenigge und Beckenbauer glaubhaft versorgt.

Nun kann man allerdings davon ausgehen, dass Hoeneß weiß, dass er mit seiner Aussage falsch liegt. Was also ist sein Ansinnen? Markus Schäflein weist in seinem Kommentar in der Süddeutschen Zeitung noch einmal deutlich auf den Auslöser der „Wutrede“ hin: „ Hoeneß verlor die Kontrolle über seine Worte vor einer Woche nicht beim Thema Gewalt, sondern bei der Kritik am Kommerz und der Organisation in der Arena“.

Und genau hier wird wohl das eigentliche Problem zu finden sein. Der C 12 zählt zu den entschiedenen Kritikern grenzenloser Kommerzialisierung, ein Umstand, den Hoeneß bereits mehrfach erleben durfte.

"Wer glaubt ihr eigentlich, wer ihr seid? Dass ihr uns dafür kritisiert, dass wir uns dafür den Arsch aufreißen, dieses Stadion hinzustellen?“ War das nun als Frage zu verstehen?

Falls ja, die Antwort darauf hatte Hoeneß sich an diesem Tage bereits selbstgegeben: „Das (Stadion) hat 340 Millionen gekostet, das ist mit den 7 Euro aus der Südkurve nicht zu machen.“ Ein schönes Beispiel dafür, dass der in die Jahre gekommene Slogan „Tue Gutes und rede darüber“ seinen Sinn noch nicht verloren hat.

In den Klub-Beiräten der Bayern wird wohl nur selten über 7 Euro gesprochen, hier ist eine wirtschaftliche Elefantenrunde versammelt: Bayerns Ex-Ministerpräsident Stoiber, Adidas-Chef Hainer, die Unternehmensberater Berger und Henzler, VW-Boss Winterkorn, um die Spitze des Eisberges zu nennen.

In einem solchen Umfeld lässt sich schon mal vom idealen Fan träumen.

 
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